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Zebrafische helfen beim Verständnis von Umweltgiften | Chemikalien.de
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Zebrafische helfen beim Verständnis von Umweltgiften

November 23, 2003 by admin 

Prof. Dr. Uwe Strähle ist der neue Direktor am Institut für Toxikologie und Genetik des Forschungszentrums Karlsruhe. Seit Oktober steht der 44-jährige Biologe gemeinsam mit Prof. Dr. Peter Herrlich an der Spitze der renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtung. Zugleich wurde Strähle auf den Lehrstuhl für Umwelttoxikologie an der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg berufen. Strähle, der auf Forschungserfahrungen u. a. in England, Frankreich und den USA zurückblicken kann, leitete zuletzt eine Arbeitsgruppe am Straßburger Institut de Genetique et de Biologie Moleculaire et Cellulaire.


Uwe Strähle studierte Biologie an den Universitäten Heidelberg und Edinburgh und promovierte 1988 am Deutschen Krebsforschungszentrum. Nach Tätigkeiten als Postdoktorand, u. a. in einem Forschungslabor in Eugene/Oregon, begann er ein vierjähriges entwicklungsgenetisches Forschungsprojekt im Labor von Prof. P. W. Ingham an der Universität Oxford. Dabei spezialisierte er sich auf molekulargenetische Untersuchungen der Wirbeltier-Entwicklung. Diesem Forschungsthema blieb Strähle auch in Straßburg treu, wo er ab 1994 am Institut de Genetique et de Biologie Moleculaire et Cellulaire eine Arbeitsgruppe leitete. Als “Directeur de Recherche” am Centre National de la Recherche Scientifique erwarb Strähle an der Universität Straßburg die “Habilitation a diriger” für das Fachgebiet “Developpement et Reproduction”. Im Jahr 2000 habilitierte er sich darüber hinaus an der Universität Freiburg im Fach Entwicklungsgenetik.

An seiner neuen Wirkungsstätte im Institut für Toxikologie und Genetik wird Prof. Strähle zwei Forschungsschwerpunkte einer modernen Toxikologie aufbauen. Im Mittelpunkt des ersten steht die Frage nach der Entwicklung des Zentralnervensystems. Am Modell des Zebrafisches werden hierzu jene molekularen Mechanismen untersucht, die die Expression dreier Schlüsselregulator-Gene im ZNS kontrollieren. “Parallel zu diesem Ansatz”, berichtet Strähle, “führen wir so genannte Mutanten-Screens durch, also genetische Analysen mutierter Gene, und isolieren Mutationen, die das Bewegungsvermögen von Embryonen und Larven beeinträchtigen. Geplant ist zudem eine Ausweitung solcher Screens auf Bewegungsmutanten, da dieser Ansatz uns neue Einblicke in die Musterbildung und in die Funktion des Zentralnervensystems geben wird.”

Strähles zweites großes Forschungsziel in Karlsruhe besteht darin, anhand des Zebrafisch-Embryos die molekularen Wirkungen von Umweltgiften besser zu verstehen. “Von diesen Arbeiten”, so Strähle, “versprechen wir uns ein vertieftes Verständnis der molekularen Mechanismen sowie die Identifizierung von Genen, die die Toxizität bestimmter Substanzen verstärken bzw. abschwächen. Auch möchten wir dazu beitragen, Niedrigdosis- und Synergismus-Effekte umweltrelevanter Chemikalien erfassen und bewerten zu können.”

Das Institut für Toxikologie und Genetik (ITG) des Forschungszentrums Karlsruhe beschäftigt sich mit der Aufklärung der molekularen Grundlagen von normalen und krankhaften Prozessen im Körper von Mensch und Tier. Wichtige Forschungsthemen sind Krebsentstehung und Metastasierung, die Embryonalentwicklung bei Fliegen und Fischen, die Mechanismen des Proteintransports in Zellen sowie die Wirkung von technikbedingten Umweltschadstoffen auf die Zelle. Bei den Untersuchungen wurden u. a. wichtige Fortschritte in der Krebsforschung erzielt. Das ITG hat sich dadurch einen hervorragenden Ruf in der biomedizinischen Forschung erworben.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Justus Hartlieb 19. November 2003

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