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Chemische Zusammensetzung von Nutzhanf, Hanf als Arzneimittel und Hanf als Rauschmittel | Chemikalien.de
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Chemische Zusammensetzung von Nutzhanf, Hanf als Arzneimittel und Hanf als Rauschmittel

April 18, 2017 by admin 


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Hanf gehört zu den am vielseitigsten anwendbaren Pflanzen überhaupt, ist aber gleichzeitig mit dem Stigma des gesundheitsschädlichen Rauschmittels behaftet. Allgemein kann man unterscheiden zwischen Nutzhanf, Hanf als Arzneimittel und Hanf als Rauschmittel.

Nutzhanf

Bei Nutzhanf handelt es sich vor allem um die Cannabis-Sorte Sativa, die sich furch die enorme Wuchshöhe von bis zu vier Metern aus. Er wird hauptsächlich zur Gewinnung von Hanffasern angebaut, allerdings haben auch die Hanfschäben, die Hanfsamen und das Hanföl, das man aus ihm gewinnen kann, eine wirtschaftliche Bedeutung. Insgesamt existieren in der EU 42 lizensierte Arten von Nutzhanf. Kriterium für die Lizensierung ist ein THC-Gehalt von weniger als 0,2%, was die Pflanze für die Verwendung als Rauschmittel ungeeignet macht.

Die Fasern sind der wichtigste Rohstoff, den der Nutzhanf liefert. Früher wurden sie zur Herstellung von Segeltauch, Tauen und Seilen benutzt. Heute dienen sie hauptsächlich als Grundstoff für Papier, Textilien, Naturdämpfstoff sowie naturfaserverstärkte Kunststoffe. Als Nebenprofukt der Fasergewinnung fallen Schäben an, die als Tierstreu oder Schüttdämmung Anwendung finden. Die Samen beinhalten 28 bis 35?% Fett, 31 bis 34?% Kohlenhydrate, 20 bis 25?% Proteine und neben Kalzium, Vitamin E, Magnesium und Eisen besonders hohe Anteile an Vitamin B. Daher sind sie als Nahrungszusätze sehr beliebt. Aus ihnen wird zudem Hanföl gepresst, welches ebenfalls ein beliebtes Nahrungsmittel ist.

Hanf als Arzneimittel

Die Verwendung von Cannabis als Arzneimittel ist eine viele Jahrtausende alte Praxis, die bis ins dritte vorchristliche Jahrtausend zurück verfolgbar ist. Es wurde damals in China gegen Verstopfungen, Gicht, Malaria und Rheumatismus eingesetzt.

Beim heutigen therapeutischen Gebrauch der Hanfpflanze spielt vor allem die über 100 verschiedenen Cannabinoide eine Rolle, wobei speziell das ?9-Tetrahydrocannabinol im Zentrum der Forschung steht. Die Wirksamkeit von Hanf als Heilmittel erstreckt sich auf einige Krebsformen, Schlafstörungen sowie Epilepsie, psychische Störungen (Angstzustände, ADHS, bipolare Störung, Depression), entzündliche Schmerzsyndrome und Autoimmunerkrankungen. Derzeit wird das medizinische Potential der Pflanze intensiv erforscht. In Deutschland und Österreich ist Cannabis ein verschreibungspflichtiges Medikament, und auch dann darf es leidglich als Fertigarzneimittel, jedoch nicht in seiner Rohform, verwendet werden. Verarbeitet kann es beispielsweise als Mundspray (Sativex), als teilsynthetische Substanz (Dronabinol) oder als vollsynthetische Substanz (Nabinol) verwendet werden.

Hanf als Rauschmittel

Die Verwendung von Hanf als Rauschmittel bezieht sich immer auf die weibliche Cannabispflanze, genauer: die weibliche Blüte. Es eignen sich jedoch nicht alle Pflanzen zur Erzielung psychedelischer Wirkungen. Erforderlich ist ein THC-Gehalt von mindestens 6-8%.  Die Nordkalifornische OK Kush Züchtung schafft es sogar auf ein THC Gehalt von 19%. Der Hauptwirkstoff ist auch hier das Cannbinoid Tetrahydrocannabinol. Die Cannabinoide der Hanfplanze interagieren mit den körpereigenen, im Endocannabinoid-System befindlichen Cannabioiden. So wird unter anderem das menschliche Zentralnervensystem beeinflusst, was beim Konsumenten ein relaxierendes und sedierendes Gefühl auslöst.

Im deutschsprachigen Raum ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Es kann auf verschiedene Weide konsumiert werden. Wenn man die getrockneten Blüten bzw. das daraus gewonnene Haschöl raucht, existiert die Möglichkeit, dies vermittels einer Haschischzigarette, also einem Joint zu tun. Alternativ dazu gibt es eine Vielzahl an kleinen Glaspfeifen (Bubbler) sowie voluminösen Glaspfeifen (Bong). In jedem Fall wird Cannabis häufig mit regulärem Tabak gemischt, bevor man es raucht. Die andere Konsummöglichkeit besteht darin, die lipophilen Cannabinoide der Pflanze in Butter oder Öl zu lösen und damit dann zu backen oder zu kochen. Bei dieser Form des Konsums setzt die Wirkung später, aber dafür plötzlicher als beim Rauchen ein. Sie ist häufig auch intensiver und klarer.

Die Risiken, die im Konsum von Cannabis als Rauschmittel liegen, sind hauptsächlich die starke Belastung von Lunge und Rachen durch die Schad- und Verbrennungsstoffe, die beim Rauchen entstehen. Der Wirkstoff THC kann dem Körper indes nicht gefährlich werden. Es ist jedoch bereits wissenschaftlich bewiesen, dass der Konsum die Konzentrations- und Gedächtnisleistung mindert.

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