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Bremsen ist umweltschädigend. | Chemikalien.de
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Bremsen ist umweltschädigend.

Dezember 14, 2002 by admin 

Die häufig zu lesende Parole: “Bremsen für die Umwelt” scheint sich nun sogar in doppelter Hinsicht als irreführend zu erweisen. Schon immer hätte es präziser heißen müssen: “Verzicht auf unnötige Beschleunigung für die Umwelt”, weil nur das Benzin spart und Abgase vermindert. Nach Erkenntnissen von Gerd Weckwerth vom Institut für Mineralogie und Geochemie der Universität zu Köln kommt das Abbremsen von Kraftfahrzeugen jetzt sogar unmittelbar in den Verruf umweltschädigend zu sein. Demnach verbleibt gesundheitsschädlicher, zu Teilen sogar krebserregender Brems-abrieb weit länger als bisher gedacht als Schwebstaub in der Luft und wird dadurch auch entfernt von Verkehrswegen noch eingeatmet oder über Nahrungsmittel aufgenommen.


Die häufig zu lesende Parole: “Bremsen für die Umwelt” scheint sich nun sogar in doppelter Hinsicht als irreführend zu erweisen. Schon immer hätte es präziser heißen müssen: “Verzicht auf unnötige Beschleunigung für die Umwelt”, weil nur das Benzin spart und Abgase vermindert. Nach Erkenntnissen von Gerd Weckwerth vom Institut für Mineralogie und Geochemie der Universität zu Köln kommt das Abbremsen von Kraftfahrzeugen jetzt sogar unmittelbar in den Verruf umweltschädigend zu sein. Demnach verbleibt gesundheitsschädlicher, zu Teilen sogar krebserregender Brems-abrieb weit länger als bisher gedacht als Schwebstaub in der Luft und wird dadurch auch entfernt von Verkehrswegen noch eingeatmet oder über Nahrungsmittel aufgenommen.

Nach Auffassung von Dr. Weckwerth ist für diese traurige Erkenntnis in unterschiedlicher Weise das dem Arsen verwandte Schwermetall Antimon verantwortlich. So ist der Nachweis von Bremsabrieb nur deswegen so gut möglich, weil das in der Mehrzahl aller Bremsen als Festschmierstoff zwischen 1 bis 5 Prozent eingesetzte Antimon auf der Erdoberfläche sonst äußerst selten ist. Das erlaubt es, dass bereits Promille-Anteile an Bremsabrieb im grobkörnigen Schwebstaub dazu führen, dass Antimon darin stärker als alle anderen Schwermetalle angereichert wird und sich diese Herkunft über Bremsbelag-typische mittlere Konzentrationsverhältnisse nachweisen läßt.

Mehrtägige Messungen des Instituts an zwölf verschiedenen Meßstationen in Köln und Umgebung zeigen nach Aussage Dr. Weckwerths auch abseits von Verkehrswegen unerwartet hohe und unverwechselbare Anteile von Bremsabrieb. Dieser verteilen sich demnach vor allem bei trockenem Wetter über den gesamten Kölner Ballungsraum. Obwohl seit Nutzung in Bremsen die Antimon-Gehalte im städtischen Schwebstaub meist höher lägen, als die des toxisch ähnlich zu bewertenden Arsen, fände Antimon bei Umweltkontrollen wegen seiner geringeren natürlichen Häufigkeit weit weniger Beachtung und fehlten entsprechend kontrollierte Grenzwerte. Hinzu kommt, dass ein größerer Teil des in Bremsbelägen verwendeten Antimontrisulfids beim Bremsen vor der Emission noch in das als krebserregend eingestufte Antimontrioxid umgewandelt wird. Auch hierzu fehlten bisher genauere Untersuchungen, speziell über denkbare Vermeidungsstrategien.

Da das Bremsen zunächst ganz unmittelbar lebenswichtig sein kann, genügt es nicht, nur auf eine der selteneren Antimon-freien Bremsen umzusteigen, wie das Magazin Ökotest Anfang des Jahres vorgeschlagen hatte. Die meisten dieser Bremsen weisen nach Aussage von Fachleuten technische Nachteile und Risiken auf (wie z.B. höhere Neigung zum Quietschen oder Überhitzen) und die Umwelteignung der statt dessen als Festschmierstoffe eingesetzten Materialien seien meist noch weniger bekannt. Nur mit einer gemeinsamen Optimierung technisch, wirtschaftlicher und ökologischer Faktoren können solche Antimon-Emissionen so schnell und effektiv wie möglich vermieden werden. Für ein genau auf dieses Ziel ausgerichteten gemeinsamen Forschungsprojekts habe Dr. Weckwerths zwar den größten deutschen Bremsbelaghersteller gewinnen können, doch fehle es nach Dr. Weckwerths Angaben bisher an öffentlichem Interesse, da der hier dringend notwendige Forschungsbedarf noch zu wenig bekannt sei.

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