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Chemie, Sport und Depression

Februar 16, 2010 by admin · Leave a Comment 

Depressionen kann man einfach davonlaufen. Das belegt eine Studie des Universitätsklinikums in Tübingen. In einem Projekt konnten Mediziner und andere Naturwissenschaftler der Uni Tübingen nun nachweisen, dass sich Sport, insbesondere Ausdauersport, positiv auf depressive Stimmungen auswirkt. Die Ergebnisse der Studie kann man im Detail nachlesen im International Journal of Neuropsychopharmacology , 1-8, 2010.



Ausdauersport hellt Stimmungen auf

Nun ist es also amtlich: Sport ist nicht nur gesund für Körper, Seele und Geist, sondern verhindert auch depressive Stimmungen. Menschen, die unter wiederkehrenden Depressionen leiden, berichten nach dem Schwimmen, Laufen, Joggen, Wandern, Nordic Walking oder Rad fahren von einer deutlichen Stimmungsaufhellung. Bisher ließ sich dieses Gefühl nicht wissenschaftlich untermauern. Es wurde allerdings schon länger vermutet, dass zwischen körperlicher Bewegungen und ausgeglichener Stimmung ein Zusammenhang besteht. Dass dies tatsächlich so ist, konnten di e Tübinger Wissenschaftler nun dezidiert nachweisen.

Die Studie der Tübinger Wissenschaftler: Details und Hintergründe

Für die Studie wurden ältere Menschen als Probanden herangezogen, die unter temporären depressiven Verstimmungen litten. Sie wiesen die typisch veränderten Blutwerte auf. Unter der genauen Beobachtung von Ärzten, Biochemikern und Psychotherapeuten unterzogen sich die Probanden folgendem Test. Dreißig Minuten täglich radelten sie auf einem Fahrradergometer unter Ausdauerbelastung.

Das allein schon bewirkte, dass sich der bei Depressionen erniedrigte Faktor Nervenwachstum im Blut normalisierte. Dieser Faktor ist entscheidend beim Entstehen einer Depression. Erstmals konnte auf diese Weise nachgewiesen werden, dass zwischen Ausdauersport und depressiver Stimmung ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Biochemische Prozesse sind es, die dies bewirken. Die vielen Berichte von Sportlern, die von Glücksgefühlen und positiven Stimmungen nach der körperlichen Bewegung berichten, sind also in Wirklichkeit tatsächlich auf chemische Abläufe im Körper zurückzuführen.

Die Versuchsgruppe und das Vorgehen bei der Projektstudie

Die Forscher unter Führung von Christoph Laske untersuchten die Werte von 35 Frauen, die unter depressiven Verstimmungen litten. Sie nahmen ihnen jeweils vor und nach der Belastung Blut ab und untersuchten insbesondere den BDNF-Spiegel im Blut. Mit dem Begriff BDNF bezeichnet man den brain-derived neurotrophic factor, also den Faktor des Nervenwachstums.

Warum aber bewirkt Sport ein erneutes Wachstum der Nervenverbindungen? Beim Ausdauersport werden kontrolliert Stresshormone ausgeschüttet. Die Durchblutung steigt, Puls und Blutdruck ebenso. Biochemische Prozesse beschleunigen sich. Das Nervenwachstum nimmt zu. Und genau das ist der wichtigste Aspekt der Studie, wird dieses Nervenwachstum doch durch Depressionen in der Regel gehemmt und sogar gestört. Nun also hat man mit Ausdauersport eine Möglichkeit gefunden, dieses Nervenwachstum erneut zu stimulieren.

Nach der körperlichen Betätigung sinken die Werte von Puls und Blutdruck erneut ab. Der positive Effekt auf den BDNF-Spiegel aber bleibt.

Fazit: Laufen Sie trüben Stimmungen einfach davon

Bei wiederkehrenden depressiven Stimmungen sollte man daher einfach nur die Joggingschuhe anziehen und eine halbe Stunde laufen. Biochemische Prozesse im Körper sorgen dann dafür, dass sich die Stimmung ohne eine medikamentöse Therapie rasch aufhellt. Wer sich nur zwei- bis dreimal in der Woche eine halbe Stunde lang bewegt, Rad fährt, joggt, schwimmt oder wandert, kann auf diese Weise leichte bis mittelschwere depressive Stimmungen wirksam verhindern. Sport als Therapie gegen Depressionen ist also nun wissenschaftlich untermauert.

Was bedeutet das für die Therapie von Depressionen

Zur Vorbeugung und bei leichteren und gemäßigten Ausprägungen von Depressionen empfiehlt sich nun als Therapie die regelmäßige körperliche Bewegung. Ausdauersport wird aber auch zur Rückfallverhütung eingesetzt. Wichtig ist allerdings, dass die Bewegung auch Spaß macht. Man sollte sich daher eine Sportart aussuchen, die man gerne betreibt. Empfehlenswert ist auch die sportliche Betätigung in der Gruppe. Darauf weist Dr. Gerhard Eschweiler, Leiter der Studie für den Bereich Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen, besonders hin.

Die Universität Tübingen will die Resultate dieser Studie weiter untermauern. Damit die Ergebnisse dieser Studie wirklich repräsentativ sind, sollen letztendlich 120 Probanden im Alter von mindestens 50 Jahren untersucht werden. Dazu sind pro Patient allein 150 Termine erforderlich. Mittlerweile wurde die Studie weiterentwickelt. Eine Testgruppe betreibt regelmäßigen Ausdauersport, eine Vergleichsgruppe erhält lediglich eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr. Auch wenn die Untersuchungsergebnisse hier noch nicht endgültig vorliegen, zeichnet sich jedoch nach einem halben Jahr bereits ein eindeutiger Trend ab. Die Sportler konnten viel häufiger und rascher eine Normalisierung ihrer Blutwerte erreichen.

Pestizide in Lebensmittel

Februar 12, 2010 by admin · Leave a Comment 

Erschreckend, was die Verbraucher noch immer ungeschützt in den Supermärkten weltweit hinnehmen müsen. Umweltschützer beklagen bereits seit vielen Jahren die Rückstände von gefährlichen Pestiziden in Obst, Gemüse und Salaten. Aber auch andere Lebensmittel weisen nachhaltig Pesitizide auf, die nachweislich die Gesundheit gefährdende und die Umwelt belastende Auswirkungen haben.

Aber statt die immensen Gefahren für Menschen, Tiere und Umwelt nach diesem Kentnissstand endlich zu verringern zeigen neueste Studien auf, dass sich diese sogar in den letzten zwei Jahren noch vergrößert haben. Die so genannte schwarze Liste für gefährliche Pestizide wurde von bislang 327 auf 451 Pestizide erhöht.

Man mag es kaum glauben, aber noch immer werden allein in Deutschland jährlich bis zu 30.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel auf den Feldern versprüht. Und nicht alle dabei verwendeten Pestizide sind vollkommen unbedenklich und dienen rein nur der Schädlingsbekämpfung, wie man den Verbrauchern seitens der Regierung gerne glaubhaft machen will. Denn immerhin wird ein Drittel der als besonders gefährlich bezeichneten Pestizide (451 weltweit) auch in Europa verwendet. Wobei allein die deutschen Verbraucher dabei bis zu 17 verschiedene Spritzmittel regelmäßig innerhalb ihres täglichen Nahrungsverzehrs aufnehmen. Bon Appetit!

Pestizide

Grundsätzlich versteht man unter einem Pestizid (aus dem Englischen = einen Schädling bekämfpen) eine chemische Substanz, mit deren Hilfe in erster Linie Pflanzenschädlinge abgetötet werden. In der konventionell betriebenen Landwirtschaft ein alltägliches Mittel, um dem Pflanzenwuchs sowie die Ernte von Getreide, Gemüse, Obst und Salaten optimal zu gestalten.

Wobei hierfür probelmlos auch Pflanzenschutzmittel bzw. Dünger eingesetzt werden können, die der so genannten gelben Liste entsprechen und keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt und den menschlichen Körper aufzeigen. Verantwortungsbewußte Landwirte greifen auch auf diese Alternative gerne zu.

Konventionelle Lebensmittelproduktion

Die konventionelle Lebensmittelproduktion unterliegt heute einem immensen Preiskampf. Die Globalisierung der Märkte ermöglicht den Bauern unserersorts kaum noch eine gesunde Überlebenschance. Der Griff zu hochdosierten Pflanzenschutzmitteln ist deshalb für viele Landwirte unumgänglich, um die absolut notwendigen Ernteergebnisse zu erzielen und somit die eigene Existenz sichern zu können.

Ernteausfälle bzw. niedrige Ernteergebnisse führen schnell zur Bedrohung eines Hofes. Deshalb dürfen Pflanzenschädlinge erst gar keine Chance haben, sich auf den Ackergütern auszubreiten. Dem gegenüber steht heute jedoch der teure, aber biologische Lebensmittelanbau, der leider bei den Verbrauchern noch nicht den absoluten Rückhalt erzielen konnte.

Grund hierfür sind sicherlich auch ein instabiler Arbeitsmarkt, der keine gesicherten Einkommen garantiert und somit nur den billigen Lebensmitteleinkauf, vornehmlich bei Discountern, dem Großteil aller Verbrauchern gestattet.

Gefahren durch Pestizide

Gefährliche Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in den Lebensmitteln werden auf der ganzen Welt täglich verzehrt. Dem zu Folge setzen sich die Menschen größtenteils ungeahnt einer starken Gesundheitsbedrohung aus. Langfristig eingenommene Pestizidienrückstände in Lebensmittel lösen bei den Menschen Krebs aus, Schädigen das Erbgut, schränken die Fruchtbarkeit ein, wirken negativ auf das Immun- und Nervensystem, usw.

Weiterhin gefährden die Pestizide unser Grundwasser, schädigen damit Insekten, Vögel und sonstige Tiere. Der natürliche Kreislauf wird stark beeinträchtigt und nimmt dauerhaft negative Folgeerscheinungen in Kauf. Ein Grund, warum Umweltaktivisten immer wieder lautstark auf diese miserablen Zustände aufmerksam machen und die Politik sowie die Wirtschaft darum bitten, endgültig entgegen zu wirken.

Verbraucherschutz

Verbraucher können sich lediglich dadurch schützen, dass sie auf eindeutig zertifizierte Bioprodukte im Lebensmittelhandel zurückgreifen. Wenngleich sich nicht jeder Verbraucher diesen Luxus problemlos leisten kann. Lobenswert deshalb die Aktion vieler Supermärkte, die eine große Auswahl an Bioprodukten zu einem gleichen Preis-/Leistungsverhältnis bereitstellen, wie Lebensmittel aus der konventionellen Produktion.

Des Weiteren sollen auch die Verbraucher gegen diese Missstände in der Lebensmittelproduktion demonstrieren. Schließlich geht es auch um deren Gesundheit und Umwelt, die es gilt, optimal zu schützen.

Viele Landwirte vor Ort bieten deshalb auch biologisch erzeugte Lebensmittel in der Direktvermarktung zu größtenteils günstigen Supermarktpreisen an. Eine perfekte Möglichkeit, beide Komponenten zu stärken: Die finanziell fairen Einnahmen der Landwirte durch den Direktverkauf und die Verbraucher, die dadurch mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln versorgt werden.

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